Findok · UFS-Entscheidungen
UFSW RV/0721-W/06
Anpassung eines Verlustabzuges an Änderungen in den Bescheiden der Vorjahre
geltende FassungBerufungsentscheidung - Steuer (Referent)RV/0721-W/06vom 09.07.2007
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Berufungsentscheidung
Der unabhängige
Finanzsenat hat über die Berufung der ABC., Adresse, vertreten durch Helmut
Wanderer, Wirtschaftstreuhänder, 1100 Wien, Columbusgasse 55/8, vom
11. Juli 2005 gegen den Bescheid des Finanzamtes Wien 1/23, vertreten durch
AD Seper-Gabriel, vom 13. Juni 2005 betreffend Körperschaftsteuer 2003
entschieden:
Die
Berufung wird als unbegründet abgewiesen.
Der
angefochtene Bescheid wird abgeändert und für endgültig
erklärt.
Die
Bemessungsgrundlage und die Höhe der Abgabe sind dem Ende der folgenden
Entscheidungsgründe zu entnehmen und bilden einen Bestandteil dieses
Bescheidspruches.
Die
Fälligkeit des mit dieser Entscheidung festgesetzten Mehrbetrages der
Abgaben ist aus der Buchungsmitteilung zu ersehen.
Entscheidungsgründe
Die Körperschaftsteuer der ABC., in der Folge mit Bw.
bezeichnet, für das Jahr 2003 wurde mit Bescheid vom 13. Juni 2005 in
Höhe von 11.649,14 € festgesetzt. Dabei ging das Finanzamt von
erklärten Einkünften aus Gewerbebetrieb in Höhe von
44.903,93 € aus (diese entsprachen dem Gesamtbetrag der
Einkünfte) und zog einen Verlust in Höhe von 9.819,59 €
ab.
Gegen diesen Bescheid hat die Bw. berufen und die Berufung
damit begründet, dass durch zwei Betriebsprüfungen, gegen die
Berufungen beim Unabhängigen Finanzsenat anhängig seien, sowie durch
einen unrichtigen Bescheid 2002 der Verlustvortrag vorzeitig verbraucht worden
sei, sodass der im Körperschaftsteuerbescheid 2003 abgezogene Vortrag
unrichtig sei. Durch den verminderten Verlustabzug "entsteht im Jahr 2003 ein
unrichtiges Einkommen samt Steuervorschreibung". Die Bw. beantragte daher, den
richtigen Verlustvortrag der Veranlagung zugrunde zu legen.
Über
die Berufung wurde erwogen:
Gemäß
§ 18 Abs. 6 EStG idgF sind als
Sonderausgaben auch Verluste abzuziehen, die in einem vorangegangenen Jahr
entstanden sind (Verlustabzug). Dies gilt nur, - wenn die Verluste durch
ordnungsgemäße Buchführung ermittelt worden sind und -
soweit die Verluste nicht bereits bei der Veranlagung für die
vorangegangenen Kalenderjahre berücksichtigt wurden.
Der Bw. standen ursprünglich laut
Verlustvortragskartei des Finanzamtes folgende Verlustvorträge zur
Verfügung:
|
1989
|
-652.292,99
|
ATS,
d.s.
|
-€
47.403,98
|
1990
|
-982.605,96
|
ATS,
d.s.
|
-€
71.408,76
|
Summe
|
-1.634.898,95
|
ATS,
d.s.
|
-€
118.812,74
|
1991
|
-101.775,99
|
ATS,
d.s.
|
-€
7.396,35
|
1992
|
-1.970.697,05
|
ATS,
d.s.
|
-€
143.216,14
|
1993
|
-1.360.309,96
|
ATS,
d.s.
|
-€
98.857,58
|
1994
|
-927.416,97
|
ATS,
d.s.
|
-€
67.398,02
|
1995
|
-494.206,95
|
ATS,
d.s.
|
-€
35.915,42
|
1996
|
-204.345,96
|
ATS,
d.s.
|
-€
14.850,40
|
Summe
|
-5.058.752,89
|
ATS,
d.s.
|
-€
367.633,91
Diese Verlustvorträge
wurden wie folgt verbraucht (Beträge zur besseren Vergleichbarkeit in
ATS):
|
|
|
|
1.634.899,00
|
|
5.058.752,89
|
Jahr
|
Verlustabzug
|
laut
|
davon
|
|
davon
|
1998
|
-2.516.609,00
|
BE vom
14.2.2007
|
326.979,80
|
1. Jahr
|
-2.189.629,20
|
1999
|
-733.870,00
|
BE vom
14.2.2007
|
326.979,80
|
2. Jahr
|
-406.890,20
|
2000
|
-2.168.964,00
|
BE vom
14.2.2007
|
326.979,80
|
3. Jahr
|
-1.841.984,20
|
2001
|
-584.794,00
|
Bescheid
|
326.979,80
|
4. Jahr
|
-257.814,20
|
2002
|
-586.305,47
|
BVE vom
11.11.2005
|
326.979,80
|
5. Jahr
|
-259.325,67
|
für 2003
aus den Jahren ab 1991 daher noch offen
|
|
103.109,42
|
|
|
|
|
d.s.
|
€ 7.493,25
Die Bemessungsgrundlagen der Körperschaftsteuer
(Einkünfte aus Gewerbebetrieb) 1998 bis 2000 wurden gegenüber dem
Finanzamt wie folgt geändert:
|
Änderung
zur Bemessungsgrundlage 1998
|
-
€ 2.811,57
|
Änderung
zur Bemessungsgrundlage 1999
|
€
2.842,67
|
Änderung
zur Bemessungsgrundlage 2000
|
€
2.295,23
|
Änderungen
Bemessungsgrundlage gesamt
|
€
2.326,33
Vom Verlustvortrag wurde daher insgesamt ein Mehrbetrag in
Höhe von 2.326,33 € in den Vorjahren verbraucht. Daraus
resultiert eine Änderung der Körperschaftsteuer gegenüber dem
Finanzamt in folgender Höhe:
|
34 % von
2.326,33 €
|
€
790,95
Die Bemessungsgrundlage und die Höhe der
Körperschaftsteuer 2003 betragen daher:
|
Einkünfte
aus Gewerbebetrieb
|
€ 44.903,93
|
Gesamtbetrag
der Einkünfte
|
€ 44.903,93
|
Verlustabzug
laut UFS
|
-€
7.493,25
|
Einkommen
|
€ 37.410,68
|
|
|
Die
Körperschaftsteuer vom Einkommen beträgt
|
|
gemäß
§ 22 KStG 1988 34 % von 37.410,68
|
€ 12.719,63
|
anrechenbare
Mindestkörperschaftsteuer
|
-€
279,54
|
Körperschaftsteuer
|
€ 12.440,09
Dieser Betrag liegt unter dem vom Finanzamt festgesetzten
Abgabenbetrag. Der Berufung konnte daher keine Folge gegeben werden.
Es war spruchgemäß zu entscheiden.
Wien, am 9.
Juli 2007
Normen und Schlagworte
- § 18 Abs. 6 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- UFS-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Berufungsentscheidung - Steuer (Referent)
- Geschäftszahl
- RV/0721-W/06
- Stammnummer
- 29387
- Gültig
- 09.07.2007 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF