Findok · UFS-Entscheidungen
UFSL RV/0972-L/04
Werbungskosten eines Deutschlehrers für Belletristik
geltende FassungBerufungsentscheidung - Steuer (Referent)RV/0972-L/04vom 11.12.2006
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Berufungsentscheidung
Der unabhängige
Finanzsenat hat über die Berufung des Berufungswerbers, vom
8. Jänner 2003 gegen den Bescheid des Finanzamtes vom 2. Dezember
2002 betreffend Einkommensteuer 2001 entschieden:
Der Berufung
wird teilweise Folge gegeben.
Der Bescheid betreffend
Einkommensteuer 2001 wie in der Berufungsvorentscheidung vom 5. Mai 2003
wird abgeändert.
Entscheidungsgründe
Der Berufungswerber ist Hauptschullehrer. Im Rahmen der
Einkommensteuererklärung 2001 machte er S 9.609,00 an Werbungskosten
für den Erwerb von Literatur geltend. Gleichzeitig erklärte er
Einkünfte aus selbständiger Arbeit in Höhe von S 14.459,00
als Trainer.
Mit dem Einkommensteuerbescheid 2001 datiert vom 2.
Dezember 2002 zugestellt am 5. Dezember 2002 wurde der Berufungswerber
antragsgemäß veranlagt.
Gegen diesen Bescheid richtet sich die Berufung vom
30. Dezember 2002, in welcher vorgebracht wurde, dass die gesondert als
Einkünfte aus selbständiger Arbeit genannten S 14.459,00 im Jahr
2001 bereits im Lohnzettel der Schule eingerechnet worden und deshalb doppelt
veranlagt worden seien. In Hinblick darauf sei eine Veranlagung nicht mehr
notwendig. Er beantrage daher den Einkommensteuerbescheid 2001 aufzuheben und
aufgrund der beigelegten Erklärung zur Durchführung einer
Arbeitnehmerveranlagung einen Bescheid zu erlassen.
Die vom Berufungswerber beigelegte Erklärung zur
Durchführung einer Arbeitnehmerveranlagung 2001 stimmt inhaltlich,
abgesehen von den nicht mehr erklärten Einkünften aus
selbständiger Arbeit, mit der ursprünglichen
Einkommensteuererklärung überein.
Im Ersuchen um Ergänzung datiert vom 22. Januar
2003 wurde der Berufungswerber aufgefordert die geltend gemachten Werbungskosten
mit Belegen nachzuweisen und die Titel der angeschafften Bücher bekannt zu
geben.
Dazu legte der Berufungswerber ohne weitere Erklärung
ein Bündel Kassenbons vor.
Die Berufungsvorentscheidung datiert vom 5. Mai 2005
korrigierte die Doppelerfassung der Einkünfte als Trainer und setze bei den
Werbungskosten, die der Arbeitgeber nicht berücksichtigen konnte
S 0,00 an. Dies wurde damit begründet, dass nach den vorgelegten
Belegen die geltend gemachten Werbungskosten weitgehend allgemeine Literatur wie
"Nicht ohne meine Tochter" oder andere
Bestseller betreffen würde. Es wäre die Aufgabe des Berufungswerbers
gewesen, die einzelnen Bücher und Wirtschaftsgüter genau zu bezeichnen
und zu erläutern inwieweit diese geeignet seien, die Berufsausübung
des Berufungswerbers konkret zu fördern. Dabei seien Schriften von
allgemeinem Interesse, wie Zeitungen für Historiker, Romane für
Germanisten und dergleichen, nicht geeignet als Werbungskosten anerkannt zu
werden.
Der am 5. Juni 2003 verfasste Antrag auf Vorlage der
Berufung an die Abgabenbehörde zweiter Instanz wiederholt die
Begründung der oben geschilderten Berufungsvorentscheidung und listet mit
dem Hinweis, dass die angeführten Bücher wie dargestellt im Unterricht
verwendet wurden, Folgendes auf:
|
Autor
|
Titel
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Gegenstand
|
Verwendungszweck
|
Allende
|
Porträt
in Sepia
|
Deutsch
|
Literaturgeschichte
|
Baksi
|
In der Nacht
über den Bergen
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Bauer-Jelinek
|
Die helle und
die dunkle Seite der Macht
|
Deutsch
|
Gruppendynamik
/ Klassenvorstand
|
Bellingham
|
Im Sog der
Erinnerung
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Belli
|
Verteidigung
des Glücks
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Bernhard
|
Ein
Kind
|
Deutsch
|
Literaturgeschichte
|
Boie
|
Kerle
mieten
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Bossi
|
Unter
Fremden
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Brekke
|
Die Asche der
Vergangenheit
|
Deutsch
|
Textgrammatik
|
Brett
|
Zu
sehen
|
Deutsch
|
Textproben/
Zeitzeugen in der Literatur
|
Brett
|
Auschwitz
Poems
|
Deutsch
|
Textproben /
Zeitzeugen in der Literatur
|
Brett
|
Zu viele
Männer
|
Deutsch
|
Textproben /
Zeitzeugen in der Literatur
|
Bröger
|
Wahnsinnsgefühl
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Burgess
|
Billy
Elliot
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Camus
|
Der erste
Mensch
|
Deutsch
|
Literaturgeschichte
|
Chong
|
Das
Mädchen hinter dem Foto
|
Deutsch
|
Textgrammatik
|
Egli
|
Tunnelkids
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Feth
|
Die blauen und
die grünen Gedichte
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Flacke
|
Mädchen,
Mädchen!
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Follett
|
Die Kinder von
Eden
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Fülscher
|
Salut
Lilli!
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Gerber-Hess
|
Reto, HIV
positiv
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Haas
|
Rain on my
crazy Bärenfellmütze
|
Deutsch
|
Textgrammatik
|
Hammesfahr
|
Meineid
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Hensgen
|
Dich hab ich
in die Mitte der Welt gestellt
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Hermann
|
Engel und
Gehilfen
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Hesse
|
Jedem Anfang
wohnt ein Zauber inne
|
Deutsch
|
Literaturgeschichte
|
Humbach
|
Felix und
Gloria
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Jansen
|
Ein makelloser
Mann
|
Deutsch
|
Textgrammatik
|
Kuhn
|
Kuhn's
Sport
|
Leibeserziehung
|
Referat /
SHS
|
Laube
|
Der
unterbrochene Ton
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Mahmoody
|
Nicht ohne
meine Tochter
|
Deutsch
|
Textgrammatik
|
Mankel
|
Die
Brandmauer
|
Deutsch
|
Literaturgeschichte
|
Mills
|
Wokini oder
die Sucht
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Morrison
|
Paradies
|
Deutsch
|
Textgrammatik
|
Osim
|
Das
Spiel
|
Leibeserziehung
|
Referat /
SHS
|
Raach
|
Kanada
|
Leibeserziehung
|
Ergänzung
für Wintersportwoche / SHS
|
Ransmayer
|
Die
Unsichtbare
|
Deutsch
|
Literaturgeschichte
|
Reichenstetter
|
Chaos, Liebe
und Aupair
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Röhrig
|
Biggis No
1
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Ruwisch
|
Amanda -
Sonnenbrand auf Wolke sieben
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Schlüter
|
Die
Fernsehgeisel
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Schreiber-Wicke
|
Frag mal
Alice
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Schreiber-Wicke
|
Regenbogenkind
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Sinclair
|
Gerüchte
um Julia
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
Weineck
|
Optimales
Ausdauertraining
|
Leibeserziehung
|
SHS
|
Wolf
|
Der geteilte
Himmel
|
Deutsch
|
Buchvorstellungen
4. Klasse
|
|
Snowboard-Kalender
|
Leibeserziehung
|
Motivation
Snowboard-Schwerpunkt in der SHS / Referatgestaltung
Auf eine weitere Begründung seines Vorlageantrages
hat der Berufungswerber verzichtet.
Die vom Berufungswerber genannten und teilweise fehlerhaft
zitierten Bücher haben folgenden Inhalt:
Isabel Allende, Lieselotte Kolanoske, Porträt
in Sepia, Roman Suhrkamp:
Als
Aurora del Valle den Schleier zerreißt, der über ihrer Herkunft
liegt, hat sie bereits eine bewegte Kindheit und Jugend zwischen Kalifornien,
dem Europa der Belle Epoque und Chile hinter sich. Aufgewachsen ist sie im
großzügigen und pompösen Haus ihrer Großmutter Paulina del
Valle, die sie unter ihre Fittiche genommen hat, um sie 'in die Welt
einzuführen'. Je mehr aber Aurora von der Welt kennen lernt, um so
deutlicher wächst in ihr das Bedürfnis, aus eigener Kraft zu leben.
Eine
Kamera, die sie als Kind geschenkt bekommt, wird ihr nach und nach zur
Leidenschaft und zum Mittel der Suche nach ihrer persönlichen Wahrheit. Wer
waren ihr Vater, ihre Mutter, und woher kommen die Laute einer fremden Sprache,
an die sie sich zu erinnern glaubt? Als sie auf einer Photographie, die sie
selbst gemacht hat, mit dem Verrat des Mannes konfrontiert wird, den sie liebt,
entschließt sie sich, das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu erforschen.
Mahmut Baksi, Elin Clason, In der Nacht über
die Berge, Dtv:
Von
klein auf fühlt sich das kurdische Mädchen Helin gegenüber ihrem
Zwillingsbruder Azad zurückgesetzt. Die Tatsache, dass Töchter in
Kurdistan längst nicht so viel gelten wie Söhne, fordert immer wieder
ihren Zorn heraus. Umso stolzer ist sie, als sie durch ihre hervorragenden
schulischen Leistungen endlich Anerkennung durch ihren Vater erfährt! Doch
eines Tages tritt das alles von jetzt auf gleich in den Hintergrund: Ein
türkisches Militärkommando überfällt das Dorf, Helins Vater
und andere Männer werden misshandelt und verschleppt. Der alltägliche
Terror des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung,
ihre Sprache und Kultur, hat auch Helins Dorf erreicht.
Als
ihrem Vater die Flucht aus dem Gefängnis gelingt, nehmen die Soldaten als
Vergeltung die Mutter und die kleine Schwester gefangen. Sie werden zwar wieder
freigelassen, doch es steht fest, dass die Soldaten so lange wiederkommen
werden, bis sie den Vater erneut inhaftiert haben. So bleibt nur noch die
Flucht. Mitten in der Nacht verlässt die Familie das Dorf und erreicht nach
mehrtägigen Fußmärschen bis an den Rand der physischen
Belastbarkeit die syrische Grenze. Unter Lebensgefahr fliehen sie durch das
verminte Niemandsland nach Syrien, wo sie der Vater schon erwartet. Doch die
Familie ist noch lange nicht in Sicherheit ...
Christine Bauer-Jelinek, Die helle und die dunkle
Seite der Macht, Edition Va Bene:
"Macht
war lange ein Tabuthema, wie Sex in den Sechzigerjahren: Jeder tut es, aber kaum
einer weiß wie es geht." Viele Jahre von der Öffentlichkeit verkannt,
versteckt in wissenschaftlichen Büchern und ignoriert von der Psychologie
fristete die Macht ein freudloses Dasein. Sie wurde totgeschwiegen und verachtet
und es wurden ihr böse Dinge in die Schuhe geschoben. Die dunkle Seite der
Macht wurde hinlänglich beschrieben und diskutiert, nun ist es an der Zeit,
dass auch die helle Seite der Macht zu ihrem Recht kommt - denn ob es uns passt
oder nicht: Ohne Macht geht es nicht! Sowohl im Beruf als auch im Privatleben
sind ständig Mechanismen der Macht wirksam. Doch erst, wenn Macht
missbraucht wird oder ganz auffällig negative Auswirkungen hat, nehmen wir
sie zur Kenntnis. Außerdem ist Macht nicht gleich Macht. Jeder meint etwas
anderes, wenn er darüber spricht, und oft wird übersehen, dass
für die Karriereplanung andere Gesetzmäßigkeiten im
Machtgefüge gelten als in privaten Beziehungen. Praktische Anleitung zur
Entwicklung von Abwehr- und Durchsetzungsstrategien führen unmittelbar zu
neuen Erkenntnissen und mit etwas Übung zu einem neuen Verhalten.
Brenda Bellingham, Im Sog der Erinnerung, Egmont
Franz Schneider Verlag:
Seit
vielen Jahren wird Chloe von einer schrecklichen Erinnerung verfolgt: der an
ihre Mutter, wie sie die Hände Hilfe suchend nach ihr ausstreckt -- und
doch im See ertrinkt. Es soll ein Segelunfall gewesen sein. Aber warum lastet
dann das Gefühl der Schuld auf Chloe? In diesen Sommerferien will sie den
damaligen Ereignissen auf die Spur kommen. Daniel und ihre Tante Anna, die
Zwillingsschwester ihrer Mutter, wollen ihr dabei helfen. Dach bei einem
Segelausflug gerät Chloe in Lebensgefahr -- der Albtraum von einst scheint
sich zu wiederholen...
Gioconda Belli, Lutz Kliche, Verteidigung des
Glücks, Dtv:
Ein Doppelleben
beginnt: Für die Öffentlichkeit liebende Ehefrau und Mutter, nimmt sie
an konspirativen Treffen teil und gewährt Guerilleros Unterschlupf. Es
folgen Jahre revolutionären und amourösen Abenteurertums. Sie beginnt
Gedichte zu schreiben, lernt Julio Cortázar, Gabriel García
Márquez und Fidel Castro kennen. Beschattet und verfolgt, flieht Gioconda
ins Exil. Als 1979 die Sandinisten den Sieg erringen, scheint für die
schöne Revolutionärin, die nun zu einer der einflussreichsten Frauen
Nicaraguas wird, die Utopie einer besseren, gerechteren Welt greifbar. Doch ihre
Hoffnungen werden enttäuscht.
Thomas Bernhard, Ein Kind, Dtv:
Die
Schande einer unehelichen Geburt, die Alltagssorgen der Mutter und ihr
ständiger Vorwurf: Du hast mein Leben zerstört! überschatten
Thomas Bernhards Kindheitsjahre. Ein wahres Martyrium begann mit dem Eintritt in
die Schule, in der sich der begabte Junge von Anfang an langweilte. es waren
Jahre fern der Idylle, wenn auch nicht ohne Augenblicke des Hochgefühls.
Und es war die Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges.
Kirsten Boie, Kerle mieten oder Das Leben
ändert sich stündlich, Oetinger Verlag:
Jahrhunderte
lang konnten sich die Männer die passenden Frauen gegen Bezahlung
aussuchen. Lulu und Lissa drehen den Spieß um: In ihrer Kerle -
Vermittlungsagentur werden Jungen für Mädels ausgewählt und
bezahlt, die sich unbedingt mit einem männlichen Begleiter zeigen
müssen. Nach Gebrauch werden die Boys wieder nach Hause geschickt. Leider
verfügt die Agentur jedoch nur über einen Kandidaten und der verliebt
sich gleich in das erste Mädchen. Peinlich für Lulu, die ebenfalls
kurzfristig einen passende Begleiter braucht... Da man ja mit der Freundin nicht
immer über alles reden kann und "Schreiben gut ist gegen Traurigkeit und
Wut", vertraut Lulu sich ihrem Idol Janis Joplin per Tagebuch an. Bei der kann
sie auch ihren Frust über gestressten Eltern und undankbare Lehrer los
werden. Zufällig findet sie im Keller das altes Tagebuch ihrer Mutter,
für Lulu durchaus aufschlussreich. Eigentlich waren deren Gedanken damals
gar nicht so verschieden von Lulus heute - nur erstaunlich, wie sich die eigene
Mutter so verändern kann...
Isabelle Bossi Fedrigotti, Unter Freundinnen,
Piper:
Sie
haben alles, was das Herz begehrt: Sie sind attraktiv und beruflich erfolgreich,
sie stehen mitten im Leben und lieben interessante Männer. Und sie haben
noch etwas gemeinsam: Nie genügen sie den hohen Ansprüchen, die sie an
sich selbst stellen.
Toril Brekke, Gabriele Haefs, Die Asche der
Vergangenheit, Droemer Knaur:
Der
ehemalige Straßenbahnschaffner Ib wohnt allein auf einem abgelegenen Fleck
am norwegischen Iddefjord - seine Frau ist tot, die Kinder sind ausgezogen.
Diese Tristesse hellt sich auf, als in das leer stehende Nachbarhaus eine allein
stehende Frau einzieht. Sie heißt Marie, so wie Ibs erste große
Liebe, die am Ende des Zweiten Weltkriegs durch seine Schuld ums Leben kam. Doch
auch durch Maries Leben zieht sich ein Riss schmerzhafter Erinnerungen. Ehe die
beiden aus der Asche der Vergangenheit neue Glut entfachen können, muss
jeder erst mit sich Frieden schließen.
Lily Brett, Anne Lösch, Zu sehen, Suhrkamp:
"Altern,
dachte ich, sei etwas, das älteren Leuten zustößt", sagt Lily
Brett, eine Frau in den besten Jahren, und räumt wehmütig ein: "Wir
sind nicht mehr die, die wir einmal waren." Trost kommt von der Tochter: "Heute
bist du viel freier. Und tanzen kannst du jetzt auch."
"Dein
Körper muss dir jetzt fremd vorkommen", sagt Lily Bretts Mann eines Nachts.
Aber sie hatte sich inzwischen gewöhnt an Bizeps, Trizeps, Quadrizeps und
Deltamuskel, Ergebnis konsequenten Körpertrainings.
Lily Brett, Silvia Morawetz, Auschwitz Poems,
Suhrkamp:
Die
Beschädigungen und Konflikte einer Holocaust-Überlebenden der zweiten
Generation sind das Thema, mit dem sich Lily Brett in ihrem ersten Buch, den
preisgekrönten Auschwitz Poems, auseinandersetzt. Es war ihr erster
Versuch, die Geschichte ihrer Eltern, die Auschwitz überlebten,
aufzuarbeiten. Lily Brett erspürt Bilder und Erlebnisse aus Auschwitz, die
sie nie selbst gesehen und die ihr keiner explizit erzählt hat - und
schildert sie ähnlich wie ihren New Yorker Alltag: präzise, klar,
schonungslos. In sparsamen, konzentrierten Sätzen beschreibt sie das Grauen
des Konzentrationslagers, das ihre Eltern nicht aussprechen konnten.
Lily Brett, Melanie Walz, Zu viele Männer,
Suhrkamp:
Ruth
Rothwax, eine 43-jährige Geschäftsfrau, führt nach drei
Scheidungen ein angenehmes Single-Leben in New York. Nicht ihr perfekt
organisierter Alltag macht ihr zu schaffen, sondern die Vergangenheit ihrer
Eltern - polnische Juden - die den Holocaust überlebten.
Ruth
reist nach Polen und überredet auch ihren 80-jährigen Vater, ihr auf
den verwischten Spuren jüdischen Lebens zu folgen.
Achim Bröger, Wahnsinnsgefühl,
Bertelsmann:
Schon
im Bahnhof ist sie Jos aufgefallen. Die freche Brünette mit den
wunderschönen Augen. Jetzt steht er neben ihr im Zug und ihr Anblick macht
ihn sprachlos. Aber er muss doch etwas sagen! Sonst steigt sie aus und er sieht
sie nie wieder. Jos fällt fast in Ohnmacht, als sie ihn anspricht - sie ist
wunderbar! Es darf einfach nicht bei einer zufälligen Zugbekanntschaft
bleiben ....
Melvin Burgess, Billy Elliot. I will dance.,
Ravensburger:
Der
12jährige Billy, Sohn einer Bergarbeiterfamilie, boxt sich durch: er
hängt die Boxhandschuhe an den Nagel, um seiner Leidenschaft fürs
Tanzen nachzugehen, und wird ein begnadeter
Balletttänzer.
Albert Camus, Der erste Mensch,
Rowohlt:
Was
Camus als ein Geschichtsepos in der Art von Tolstois "Krieg und Frieden" geplant
hatte, hinterließ er, bedingt durch seinen frühen Unfalltod, als
Fragment. Dieses liegt nun vor und präsentiert sich dem Leser als die
bewegende autobiographische Schilderung einer Kindheit und Jugend in
Algier.
Denise Chong, Das Mädchen hinter dem Foto.
Die Geschichte der Kim Phuc., Lübbe:
1972
geht ein Foto um die Welt: Es zeigt die neunjährige Südvietnamesin Kim
Phuc, die mit schmerzverzerrtem Gesicht um ihr nacktes Leben läuft.
Napalmbomben, die feindlichen nordvietnamesischen Stellungen galten, fügen
ihr schwerste Verbrennungen zu. Innerhalb von Tagen geht ihr Bild weltweit durch
die Presse und wird zum Sinnbild für das Leiden aller zivilen Kriegsopfer.
Die weitere Lebensgeschichte des Mädchens hinter dem Foto bleibt jedoch
nahezu unbekannt und wird hier erstmals authentisch und sensibel
dargestellt.
Werner J. Egli, Tunnelkids,
Bertelsmann:
Mexiko
im ausgehenden 20. Jahrhundert: Nach der Niederschlagung des
Zapatisten-Aufstandes wird der Vater des 15jährigen Santjago erschossen.
Verstört verläßt der Junge sein Zuhause und macht sich auf den
Weg in den Norden, Richtung USA. In der Grenzstadt Nogales schließt er
sich den Tunnelkids an, Kindern und Jugendlichen, die im Abwassersystem der
Stadt leben. Doch anders als die meisten dieser Kinder findet er seine
Selbstachtung und seinen Lebensmut wieder.
Monika Feth, Die blauen und die grauen Tage,
Bertelsmann:
Seit
kurzem lebt Evis Oma im Haus der Familie. Evi beobachtet, daß Oma Tage
hat, an denen sie eine Menge im Haushalt tun kann, daß dann aber manchmal
Tage kommen, an denen Oma Dinge tut, die ungewöhnlich sind und an die sie
sich selbst später nicht mehr erinnern kann. Oma ist unglücklich
darüber und bittet Evi, ein Tagebuch über die guten blauen Tage und
die schlechten grauen Tage zu führen, damit sie auf diese Art eine
Erinnerungshilfe hat. Eines Tages ist es jedoch soweit: Es wird in der Familie
darüber gesprochen, ob es nicht besser ist, wenn Oma in ein Altersheim
umzieht. Evi will alles tun, um das zu verhindern...
Uschi Flacke, Mädchen, Mädchen! Ich, die
Welt, die Liebe und das Leben, Dtv:
Wie
ihre Eltern wollen sie nicht leben, aber wohin der eigene Weg gehen soll, das
wissen sie noch nicht. Mädchen, Mädchen! - Ihre Welt, die Liebe und
das Leben. In diesem dtv pocket reader kommen sie selbst zu Wort: Sie
äußern sich zu ihren Wünschen, Träumen und Hoffnungen.
Erzählen von ihren Ängsten, Aggressionen und Niederlagen. Von
Freundschaft und Liebe. Von der Pubertät und dem Verhältnis zu den
Eltern. Von Mode und Models, vom Diktat der Diäten und vielem mehr.
Ken Follett, Die Kinder von Eden,
Lübbe:
Ein
kleines, verschwiegenes Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren
eine Hippie-Kommune. Nun aber soll ihr Dorf einem Stausee weichen. Doch die
"Kinder von Eden" wollen sich nicht aus ihrem Paradies vertreiben
lassen und greifen in ihrer Not zu einem wahnwitzigen Plan: Sie drohen der
Regierung, ein Erdbeben stattfinden zu lassen, das entsetzliche Folgen haben
wird. Niemand nimmt ihre Ankündigung ernst. Nur die junge FBI-Agentin Judy
Maddox , die bereits auf der Abschussliste ihrer Vorgesetzten steht, hat ihre
Zweifel und versucht, die Katastrophe zu verhindern.
Susanne Fülscher, Salut Lilli!,
Dtv:
Lange
hat Lilli darum gekämpft, für ein Jahr als Aupairmädchen nach
Frankreich gehen zu dürfen, und nun ist es endlich so weit. Doch leider
verschlägt es sie nicht etwa nach Paris, sondern aufs platte Land und dann
ist der Empfang, den ihr ihre Gastfamilie bereitet, auch eher kühl als
herzlich. Monsieur Saurrante macht zwar einen ganz netten Eindruck, doch seine
Frau wirkt überarbeitet und launisch und die beiden Zwillingsmädchen
mustern Lilli skeptisch. Nicht gerade rosige Aussichten, doch Lilli
beschließt sich von diesem schlechten Start nicht die Stimmung vermiesen
zu lassen und stürzt sich voller Elan in die Hausarbeit und in die fremde
Sprache. Doch was sie auch versucht, Madame Saurrante und sie können sich
einfach nicht miteinander anfreunden, und auch die Zwillinge tun alles, um Lilli
das Leben schwer zu machen. Erst als sie nach einer heftigen Auseinandersetzung
endlich durchsetzen kann, dass sie an dem für die Aupairschüler
vorgesehenen Sprachkurs teilnehmen darf, und sie dort Marek und Amy kennen
lernt, scheint ein Silberstreif am Horizont aufzutauchen.
Maja Gerber-Hess, Reto, HIV-positiv. cbt. Ein
Abschied, Bertelsmann:
Ein
junges Mädchen beschreibt in diesem Roman die letzten beiden Lebensjahre
ihres Freundes Reto, eines ehemaligen Fixers, der an AIDS erkrankte. Sie
schreibt ihre schönen und ihre traurigen Erinnerungen nieder, berichtet,
welche Spuren Reto und seine Krankheit bei den Menschen seiner Umgebung
hinterlassen haben.
Klaus Nüchtern, Rain on my crazy
Bärenfellmütze, Falter Verlag:
Die
Erlebnisse eines Mannes, der viel erlebt hat. - Das haut nicht nur den kleinen
Tapir um! Endlich gibt es die Kolumnen von Klaus Nüchtern, "Nüchtern
betrachtet", in gesammelter Form. Die Kolumne "Nüchtern betrachtet"
erscheint seit 1993 in der Wiener Stadtzeitung Falter. Aus den Reihen der
großen Fangemeinde gibt es seit geraumer Zeit den Ruf nach einem
repräsentativen Sammelband. Diesem Wunsch entgegenzukommen ist der Zweck
des Bandes Rain On My Crazy Bärenfellmütze. Er enthält eine
umfassende Auswahl von Klaus Nüchterns aberwitzigen Berichten über
seinen hochinteressanten, zermürbenden und nervtötenden Alltag. In
Kapiteln zu den Themen Drogen und Didaktik, Gemüse und Getränke,
Nähe und Ferne, Kummer und Kärnten, Sonne und Regen, Damen und Herren,
Haushalt und Familie, Hosen und Haare, Traum und Wirklichkeit gewährt Klaus
Nüchtern Einblick in sein urbanes Leben. Seine ganz und gar normalen
Geschichten handeln von Silberzwiebelchen in Flugzeugen, der
Küchenrollenmafia, Fadgaskonzentrationen, Schnee auf schwarzsamtenen
Sakkos, Wurstgesprächen oder von Männern und Frauen vor
Ketchupregalen.
Petra Hammesfahr, Meineid, Rowohlt:
Sie
waren unzertrennlich - als Kinder und auch später, obwohl sie
unterschiedlicher nicht sein konnten. Greta ist die Vernünftige, ehrgeizig
in der Schule, im Studium und als Anwältin. Tess bleibt nie lange bei einer
Sache oder bei einem Mann. Jahre vergehen, bis eine der beiden Frauen begreift,
dass ihr Leben ein Netz aus Lügen ist.
Andrea Hensgen, Dich hab ich in die Mitte der Welt
gestellt, Bertelsmann:
Nur
noch acht Tage bis zur Abitursfeier. Acht Tage, in denen nichts Besonderes mehr
passieren kann. Und doch ändert sich einiges. Alles fängt an mit der
Idee von Geschichtslehrer Dr. Rullon, eine Projektwoche über die Zeit der
Renaissance abzuhalten. Svenja, Johannes, Paul, Matz und Angela suchen sich
unterschiedliche Themen aus, und auf einmal wird eine vergangene Zeit lebendig.
Kai Hermann, Engel und Joe. Nach einer wahren
Geschichte, Ullstein:
Joe,
die eigentlich Johanna heißt, hält es zu Hause nicht mehr aus und
irrt ziellos durch Berlin. Als die 15-Jährige von Skinheads bedroht wird,
tritt Engel dazwischen. Es ist Liebe auf den ersten Blick zwischen Joe und dem
17-Jährigen, der zu einer Punker-Clique auf dem Alex gehört. Doch kaum
haben die beiden zueinander gefunden und sich geschworen, nie wieder auseinander
zu gehen, ist ihre junge Liebe in Gefahr.
Hermann Hesse, Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Insel:
Jedem
Anfang wohnt ein Zauber inne ist die Ausformulierung des bekannten Gedichts
"Stufen". Eine wundervolle Sammlung von bekannten und weniger bekannten Texten
Hesses, der uns rät, sich auf alles neue zu freuen, stets das Kind in sich
zu bewahren und immer neugierig zu bleiben.
Markus Humbach, Felix und die wilden Tiere,
Ravensburger:
Felix
liebt wilde Tiere und träumt von Elefanten, Giraffen und Löwen.
Verkehrserziehung findet er dagegen langweilig. Als aber ein kleiner Hund auf
der Straße in Not ist, weiß er, was zu tun ist.
A. L. Kennedy, Ingo Herzke, Ein makelloser Mann,
Fischer:
Elf
Erzählungen. Sie handeln von den Fallen der Sexualität, der Gewalt
hinter der Liebe, der Farce der Verführung, der Clownerie der Selbstliebe,
der Demütigung hinter der Leidenschaft.
Michael
Kuhn, Kuhn's Sportchronik, Das österreichische Sportjahrbuch, Pichler
Verlag:
Darstellung
der sportlichen Ereignisse des jeweils vergangenen Jahres.
Sigrid Laube, Der unterbrochene Ton,
Jungbrunnen-Verlag:
Autobiographisch
gefärbt zeichnet sie mit der Protagonistin Clara ein umfassendes Bild aus
dem Wien unmittelbar vor dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland
und die erste Nachkriegszeit. Sie erzählt dabei auf mehreren Zeitebenen und
wechselt zwischen Tagebucheintragungen und auktorialen Passagen, in denen
historischer Hintergrund und analysierende Überlegungen Platz
finden.
Betty Mahmoody, William Hoffer, Nicht ohne meine
Tochter, Lübbe:
Im
Sommer 1984 fliegt Betty Mahmoody zusammen mit ihrer kleinen Tochter und ihrem
persischen Ehemann zu einem zweiwöchigen Ferienaufenthalt in den Iran.
Bereits nach kurzer Zeit muss sie feststellen, dass ihr Mann sich immer mehr
verändert. Er schlägt sie und das Kind und sperrt sie ein. Der Urlaub
wird auf unbestimmte Zeit verlängert, und bald gibt es keine Hoffnung mehr
für Betty auf eine Rückkehr in die USA - es sei denn, sie ließe
ihre Tochter zurück. Es gelingt ihr, Kontakt zur Schweizer Botschaft
aufzunehmen; dort rät man ihr, das Land ohne ihre Tochter zu verlassen. Das
aber will sie unter keinen Umständen.
Henning Mankell, Die Brandmauer. Der achte Fall
von Kommissar Kurt Wallander:
Ein
Taxifahrer wird brutal von zwei jungen Mädchen ermordet, ein Mann bricht
vor einem Geldautomaten tot zusammen, seine Leiche wird aus der Pathologie
gestohlen, in einer Transformatorstation finden die Beamten eine verkohlte
Leiche. Ein turbulenter Fall, in dem lange so wenig zueinander passen will. Die
Ermittlungen führen von dem kleinen schwedischen Städtchen Ystad bis
nach Angola, reichen von Mord bis zu einem perfiden Computerverbrechen von
internationalem Format.
Billy Mills, Nicholas Sparks, Wokini oder Die
Suche nach dem verborgenen Glück, Heyne:
Wokini
oder Die Suche nach dem verborgenen Glück ist die Geschichte von dem
Lakota-Jungen David. Zutiefst unglücklich über den Tod seiner
älteren Schwester, begibt er sich auf eine Reise in der Hoffnung, einen
Weisen zu finden, der ihm erklären kann, wie er das verlorene Glück
wieder finden kann. Diese höchst unterhaltsame und gefühlvoll
geschriebene Erzählung zeigt, was es heißt glücklich zu sein und
was man dafür tun kann. Wokini verbindet die traditionellen Vorstellungen
der Indianer, die auf Meditation, Reflexion, Träumen und der Liebe zur
Schönheit der Natur gründen, mit den Grundsätzen des positiven
Denkens. Das Buch führt dem Leser zehn Einstellungen vor Augen, durch die
man zu einem glücklicheren und zufriedeneren Menschen
wird.
Toni Morrison, Paradies, Rowohlt:
Der
Weltbestseller der Nobelpreisträgerin für Literatur 1993: Es scheint,
als läge ein Fluch über dem Städtchen Ruby, Oklahoma. Dessen
Bewohner, Nachkommen ehemaliger Sklaven, bilden eine verschworene Gemeinschaft.
Siebzehn Meilen weiter, in einem verlassenen Kloster, wohnt die Sünde in
Gestalt von fünf Frauen... "Toni Morrison gestattet uns tiefe Einblicke in
das Denken und Fühlen des schwarzen Amerika." (F.A.Z.) "Ein intensives
Leseerlebnis, das in seiner poetischen Kraft seinesgleichen sucht."
Ivica Osim, Gerald Enzinger, Tom Hofer, Das Spiel
des Lebens, Deuticke:
Ivica
Osim ist eine Legende - sowohl bei den Fans des SC Puntigamer Sturm als auch in
Sarajevo und Frankreich. Dies hauptsächlich, weil er in seiner gesamten
Sportlerkarriere ein nachdenklicher, bescheidener Mensch geblieben ist, der
nicht an sich selbst denkt. Dieses Buch beschreibt sein Leben und seine Gedanken
sehr anschaulich. Man bekommt einen Einblick in die Kriegswirren auf dem Balkan
und die Biographie hat auch für Osim-Kenner noch einige Überraschungen
auf Lager. Kommentare seiner Freunde und Kollegen runden das Bild ab. Gut
für Sturm-Fans auch die Statistik der Spiele unter Osim samt Aufstieg in
die Champions-League.
Karl-Heinz Raach, Bernd Wagner, Heike Wagner,
Kanada, Bruckmann:
Kanada
bietet alles, was die Sehnsucht nach einsamer Natur stillt. Dieser Bildband im
praktischen Format zeigt Ihnen mit zahlreichen Tipps die Highlights. Es ist
nicht nur die gewaltige Dimension, sondern auch die schier unglaubliche
Vielfalt, die Kanadas Faszination ausmachen: Sturmumtoste Klippen, pulsierende
Städte wie Toronto, Montr,al und Qu,bec, weite Prärien,
die Rocky Mountains, von Regenwäldern gesäumte Küsten,
große Seen im Süden und die eisige Welt von Nunavut im Norden. Dieser
praktische Reisebegleiter entfaltet einen ebenso informativen wie bunten
Bilderbogen vom Pazifik zum Atlantik.
Christoph Ransmayr, Die Unsichtbare,
Fischer:
Eine
ins Kino vernarrte Souffleuse verliert während einer katastrophalen
Vorstellung ihr Textbuch und beginnt nach dem Schlussvorhang das Theater zu
verfluchen. Sie, die stets flüsternd, stets unsichtbar dem stockenden Spiel
auf der Bühne die Fortsetzung einhauchen musste, wird in den
nächtlichen Kulissen dreier Meereslandschaften nun selber zur Hauptfigur:
Beschimpft zwischen hölzernen Eisbergen vor der Westküste
Grönlands gedächtnisschwache Schauspieler, erinnert sich unter
Kokospalmen aus Pappmaché an eine bittere Liebesgeschichte am Golf von
Bengalen und an den Beginn ihres eigenen Irrwegs zur Bühne und verwandelt
sich schließlich in den Kulissen einer antiken Tragödie an der
thessalischen Ägäis in einen Filmstar. Und spielt in ihrem Zorn, ihren
Enttäuschungen und allem Schwärmen fürs Kino doch nur und wieder
-Theater.
Friederun Reichenstetter, Chaos, Liebe und Aupair,
Ueberreuter:
Claire
weiß nicht so recht, was sie will. Darum beschließt sie, nach dem
Abitur erst mal ein Jahr als Aupairmädchen nach London zu gehen. Mit dem,
was sie dort erwartet, hat sie allerdings nicht gerechnet: eine superchaotische
Familie mit einer völlig überforderten Mutter, einem ständig
abwesenden Vater und drei grässlichen, frechen Kindern! Am liebsten
würde Claire sofort wieder nach Hause zurück. Aber da gibt es auch
noch Stefan, den sie auf dem Flug nach England kennen gelernt hat. Und Simon,
den jungen Onkel der Kinder. Soll sie also doch noch ein bisschen
bleiben?
Volkmar Röhrig, Biggis No 1,
Bertelsmann:
Biggi
ist 15 und zum ersten Mal verliebt, sie will Joe ganz! Ihre Mutter Hanna, die
bei der AIDS-Beratung arbeitet, hat volles Verständnis für Biggi.
Zufällig entdeckt sie eine an Joe gerichtete Aufforderung der
Blutspendestelle, sich zu melden. Sie spricht mit ihrer Tochter darüber.
Joe, von Biggi befragt, verschwindet. Was stimmt mit ihm
nicht?
Ulrieke Ruwisch, Amanda - Sonnenbrand auf
Wolke sieben, Sauerländer:
Die
12-jährige Amanda heißt zwar wie eine Schildkröte, aber sonst
hat sie mit diesem Tierchen nichts gemein, schon gar nicht die Langsamkeit.
Amanda ist sogar ziemlich schnell - vor allem, wenn es darum geht, ihr Herz zu
verschenken. Sie verliebt sich ständig und nahezu täglich aufs Neue,
in vieles und viele: in ihren Kater oder den Nachbarshund, das Meer oder die
Wolkenberge, die sieben Zwerge oder den Engel Gabriel, in ihren Lehrer oder
ihren Chorleiter, in Filmstars oder Comic-Helden ... Das ist ein ganz
schönes Auf und Ab! Amanda kommt schon selbst ins Grübeln, ob das
viele Verlieben noch normal ist oder ob sie, wie ihre beste Freundin Nadine
meint, total verrückt ist.
Andreas Schlüter, Die Fernsehgeisel,
Dtv:
Endlich
hat Conni einen Praktikumsplatz beim privaten Fernsehsender TSL 1 ergattert,
50 Bewerbungen hatte sie dazu rausgeschickt und nun ist endlich ihr
größter Wunsch in Erfüllung gegangen. Doch als sie zum ersten
Mal in der Redaktion steht, ist alles ganz anders, als sie es sich vorgestellt
hatte. Ein »Fleischsalat fressender Blödmann« erteilt Befehle
und das Büro ist so mit Schreibtischen voll gestellt, dass man kaum einen
Stehplatz findet. Und dann wird Conni auch noch gleich ins kalte Wasser
geschmissen: In der Nähe ihrer Wohnung ist eine Bank überfallen
worden, und weil sie die Gegend und die Leute, die dort wohnen, natürlich
wie aus ihrer Westentasche kennt, soll sie gleich mit einem richtigen Kamerateam
hinfahren, Interviews machen und berichten. Klasse! Doch als sie erfährt,
dass ihr Bruder unter den Geiseln ist, muss Conni sich entscheiden: Soll sie
sich und ihre Nachbarn vor der zynischen Sensationsgier der Reporter und
Fernsehzuschauer schützen oder kann sie den Geiseln in der Bank durch
sachgerechte Informationen helfen?
Anonym, Fragt mal Alice, Dtv:
Die
15-jährige Alice ist ein Teenager wie viele andere. Ihre Sorgen,
Ängste und Geheimnisse vertraut sie ihrem Tagebuch an; ihre Stimmungen
schwanken wie ihre Noten und ihr Gewicht, und vor allem der erste Liebeskummer
macht ihr zu schaffen. Als man ihr in einer Clique ohne ihr Wissen LSD
einflößt, ist sie geschockt und fasziniert zugleich. Einerseits sieht
sie in Drogensüchtigen nur Dreck und Abschaum; andererseits erlebt sie
durch LSD die Welt viel intensiver, sie sieht, hört und fühlt auf
ihrem Trip Dinge, die sie noch nie wahrgenommen hat. Schließlich siegt die
Neugier und Sehnsucht nach diesem Rausch: Sie probiert immer härtere Drogen
aus und rutscht immer tiefer in den Strudel der Sucht hinein.
Der
Kreislauf von Aufputsch- und Beruhigungsmitteln, Selbstekel und Euphorie wird
für sie zur tödlichen Spirale. Zweimal ist sie wild entschlossen, die
Sucht endlich weit hinter sich zu lassen - sie geht von zu Hause weg, um
dem Dunstkreis ihrer alten Drogenclique zu entkommen, die sie immer stärker
unter Druck setzt. Doch ohne ihre Familie, die ihr Halt gibt und Normalität
garantiert, stürzt sie noch gnadenloser ab als zuvor, darum kehrt sie nach
Hause zurück, wo sie sich aus ganzer Kraft bemüht, zurück in ein
Leben ohne Drogen zu finden. Aber die alten Freunde sind hartnäckig,
Aussteiger wollen sie nicht dulden. Sie schicken Alice auf einen Horrortrip, der
sie fast um den Verstand bringt. Als sie danach schwer krank in die
Jugendpsychiatrie eingewiesen wird, wo sie in der Gruppentherapie vieles
über sich lernt, sieht es so aus, als könnte sie doch noch den Weg
zurück in ein normales Leben finden - doch hier bricht das Tagebuch
ab: Seine Verfasserin ist drei Wochen nach dem letzten Eintrag an einer
Überdosis gestorben.
Edith Schreiber-Wicke, Regenbogenkind,
Thienemann:
Bevor
sich ein Kind auf die große Lebensreise macht, sucht es sich eine Aufgabe
aus, die es auf der Welt erfüllen will. Naomi, ein mongoloides
Mädchen, hat sich vorgenommen, dass jeder, der ihr begegnet, darüber
nachdenken soll, was wirklich wichtig ist im Leben. Als Bruder hat sie sich
Jakob ausgesucht und weiß, dass er ihr bei ihrer Aufgabe helfen wird.Jakob
betrachtete den Winzling im Babykorb. "War ich auch so klein"?, fragte er. "Mit
so kurzen Fingern?" Er merkte, wie seine Eltern einen schnellen Blick
wechselten. "Kann mir vielleicht irgendwer sagen, was los ist?", beschwerte sich
Jakob. Wieder dieser Blick. "Es ist doch nicht, weil es ein Mädchen ist?",
forschte Jakob weiter. Jetzt wenigstens lachten die beiden ein bisschen. "Nein,
das ist es nicht." "Was dann?", fragte Jakob. "Naomi ist ein Down-Syndrom-Kind",
sagte Jakobs Vater langsam. "Was für ein Kind?" fragte Jakob. "Ich denke,
es ist unser Kind?" Darüber lachten sie wieder. "Na, immerhin, sie haben's
nicht verlernt, das Lachen", dachte Jakob. "Down Syndrom, das bedeutet, Naomi
ist anders als andere Kinder." "Ja, und?", fragte Jakob. "Macht das was?" "Sie
wird manches weniger können", sagte Jakobs Mutter. "Meinst du Basketball?",
fragte Jakob. "Das macht gar nichts. Ist mir sowieso nicht so wichtig wie
früher." "Nein, es geht nicht um Basketball", sagte Jakobs Vater. "Naomi
wird später als andere Kinder laufen und sprechen lernen." "Dann eben
später", sagte Jakob. "Ist doch nicht eilig, oder?"
Stephanie Sinclair, Gerüchte um Julia,
Ravensburger:
Alle
scheinen etwas gegen Julia zu haben. Selbst Austin, ihre neue Liebe, schenkt den
Gerüchten über sie Glauben. Wie kann sie ihn nur
überzeugen?
Jürgen Weineck, Optimales Ausdauertraining,
Spitta:
Optimales
Training muss nach den Gegebenheiten der Sportart, dem Alter und dem
Leistungsvermögen des einzelnen ausgerichtet werden. In diesem Buch werden
verschiedene Trainingsmethoden und -mittel aus sportmedizinischer und
leistungsphysiologischer Sicht dargestellt, wobei wissenschaftliche Erkenntnisse
und praktische Erfahrungen berücksichtigt wurden. Das Buch ist vor allem
dem Training der motorischen Hauptbeanspruchungsformen und einigen
ausgewählten Faktoren der sportlichen Leistungsfähigkeit gewidmet und
gibt sowohl dem Spitzentrainer (-sportler) als auch dem Sportlehrer im
Schulbereich eine Fülle von Hinweisen, die eine Optimierung des sportlichen
Trainings ermöglichen.
Christa Wolf, Der geteilte Himmel,
Dtv:
Ende
August 1961: In einem kleinen Krankenhauszimmer erwacht Rita Seidel aus ihrer
Ohnmacht. Und mit dem Erwachen wird auch die Vergangenheit wieder lebendig. Da
ist die Erinnerung an den Betriebsunfall und vor allem die Erinnerung an Manfred
Herrfurth. Zwei Jahre sind vergangen, seit sie dem Chemiker in die Stadt folgte,
um an seiner Seite und mit ihm gemeinsam ein glückliches Leben zu beginnen.
Wann hat die Trennung begonnen? Hat sie die ersten Anzeichen einer Entfremdung
übersehen? Denken, Grübeln, Fiebern - Tage und Nächte
hindurch! »Ich gebe Dir Nachricht, wenn Du kommen sollst. Ich lebe nur
für den Tag, da Du wieder bei mir bist.« Manfred ist von einem
Chemikerkongress in Westberlin nicht zurückgekehrt in dem festen Glauben,
daß Rita ihm folgen wird. Sie muss eine Entscheidung treffen, die sie in
eine tiefe Krise stürzt.
Über
die Berufung wurde erwogen:
Nach § 16 Abs. 1 EStG 1988
(Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988) sind Werbungskosten die
Aufwendungen oder Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der
Einnahmen. Aufwendungen und Ausgaben für den Erwerb oder Wertminderungen
von Wirtschaftsgütern sind nur insoweit als Werbungskosten
abzugsfähig, als dies im Gesetz ausdrücklich zugelassen ist. Sie sind
bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen. Werbungskosten eines
Dienstnehmers sind Aufwendungen oder Ausgaben, die beruflich veranlasst sind.
Eine berufliche Veranlassung ist gegeben, wenn die
Aufwendungen oder Ausgaben objektiv in Zusammenhang mit einer
nichtselbständigen Tätigkeit stehen und subjektiv zur Erwerbung,
Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen geleistet werden oder den
Steuerpflichtigen unfreiwillig treffen und nicht unter ein Abzugsverbot des
§ 20 EStG 1988 fallen. Ob man diese Bestimmung nun im Sinne des kausalen
oder finalen Werbungskostenbegriffes versteht, hat keine Auswirkung darauf, ob
man die Grenze für die Absetzbarkeit solcher Aufwendungen und Ausgaben im
§ 20 EStG 1988 insofern als deklarativ oder konstitutiv begreift.
Jedenfalls sieht § 20 Abs. 1 lit. a EStG 1988 im Sinne
einer Gleichbehandlung derjenigen ohne Privatleben, welches in irgendeiner Weise
das berufliche berührt, mit denjenigen, welche beides miteinander verbinden
können, vor, dass Aufwendungen oder Ausgaben für die
Lebensführung, selbst, wenn sie die wirtschaftliche oder gesellschaftliche
Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringen und sie zur Förderung des
Berufes oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen, nicht
abzugsfähig sind.
Gemäß
§ 20 Abs. 1 EStG 1988
dürfen nämlich bei den einzelnen Einkünften die für den
Haushalt des Steuerpflichtigen und für den Unterhalt seiner
Familienangehörigen aufgewendeten Beträge, Aufwendungen oder Ausgaben
für die Lebensführung, nicht abgezogen werden, selbst wenn sie die
wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich
bringt und zur Förderung des Berufes oder der Tätigkeit des
Steuerpflichtigen erfolgen.
Zur Erläuterung dieser Gesetzesbestimmung und um den
Hintergrund aufzuzeigen, vor dem die Abgrenzung zwischen abzugsfähigen und
nichtabzugsfähigen Aufwendungen der privaten Lebensführung erfolgt,
sei die Kommentarmeinung (Werner/Schuch, Kommentar zur Lohnsteuer, EStG 1988,
§ 20 Tz 278; Quantschnigg/Schuch, Einkommensteuerhandbuch, EStG 1988,
§ 20 Tz 10) angeführt:
"Die wesentliche Aussage
dieser Gesetzesbestimmung besteht darin, dass gemischt genutzte veranlasste
Aufwendungen, also Aufwendungen mit einer privaten und einer betrieblichen
Veranlassung, nicht abzugsfähig sind. Im Interesse der Steuergerechtigkeit
soll vermieden werden, dass ein Steuerpflichtiger auf Grund der Eigenschaft
seines Berufes eine Verbindung zwischen beruflichen und privaten Interessen
herbeiführen und somit Aufwendungen der Lebensführung steuerlich
abzugsfähig machen kann. Dies wäre ungerecht gegenüber jenen, die
eine Tätigkeit ausüben, welche eine solche Verbindung zwischen
beruflichen und privaten Interessen nicht ermöglicht und derartige
Aufwendungen aus ihrem bereits versteuerten Einkommen tragen
müssen."
Demnach stellen Aufwendungen oder Ausgaben, die sowohl
durch die Berufsausübung als auch durch die Lebensführung veranlasst
sind, grundsätzlich keine Werbungskosten dar (Aufteilungsverbot). Dies gilt
insbesondere für Aufwendungen und Ausgaben im Zusammenhang mit
Wirtschaftsgütern, die typischerweise der Befriedigung privater
Bedürfnisse dienen. Eine Aufspaltung in einen beruflichen und einen
privaten Teil ist auch im Schätzungswege nicht zulässig. Ein
Werbungskostenabzug kommt ausnahmsweise dann in Betracht, wenn feststeht, dass
solche Aufwendungen ausschließlich oder nahezu ausschließlich
beruflich veranlasst sind.
Aufwendungen in Zusammenhang mit Wirtschaftsgütern,
die nicht typischerweise der Befriedigung privater Bedürfnisse dienen, sind
bei gemischt genutzter beruflicher und privater Nutzung in einen
abzugsfähigen und einen nicht abzugsfähigen Teil aufzuspalten
(Computer, Telefon,...).
Aufwendungen, die in gleicher Weise mit der
Einkunftserzielung wie mit der privaten Lebensführung zusammenhängen,
bei denen die Behörde aber nicht in der Lage zu prüfen ist, ob die
Aufwendungen durch die Einkunftserzielung oder durch die privaten
Lebensführung veranlasst worden sind, darf die Behörde nicht schon
deshalb als Werbungskosten anerkennen, weil die im konkreten Fall gegebene
Veranlassung nicht feststellbar ist. In Fällen von Aufwendungen, die ihrer
Art nach eine private Veranlassung nahe legen, darf die Veranlassung durch die
Einkunftserzielung vielmehr nur dann angenommen werden, wenn sich die
Aufwendungen als für die berufliche Tätigkeit notwendig erweisen. Die
Notwendigkeit bietet in derartigen Fällen das verlässliche Indiz der
beruflichen im Gegensatz zur privaten Veranlassung (VwGH 28.10.1998,
93/14/0195-6 und 95/14/0045-6).
Dem Abgrenzungskriterium der Notwendigkeit eines Aufwandes
ist dann keine entscheidende Bedeutung beizumessen, wenn ein Aufwand seiner Art
nach nur eine berufliche Veranlassung erkennen lässt.
Wendet man diese Gedanken auf die vom Berufungswerber
geltend gemachten Aufwendungen an, ist als erstes zu Bedenken, dass der
Berufungswerber als Werbungskosten bei den Einkünften aus
nichtselbständiger Tätigkeit als Hauptschullehrer in den Fächern
Deutsch und Leibeserziehung ausschließlich die Aufwendungen für den
Erwerb von Büchern beziehungsweise eines Kalenders als Werbungskosten
geltend gemacht hat.
Nach der Judikatur sind den oben dargestellten Gedanken
folgend Werke der Literatur, welche von allgemeinem Interesse, beziehungsweise
für einen nicht abgrenzbaren Teil der Allgemeinheit bestimmt sind nicht
abzugsfähig (für viele Doralt,
Einkommensteuergesetz4,
Tz 163 zu § 20, 66f und die dort zitierten Fundstellen: VwGH
23.5.1984, 1984/455 zum Lesestoff eines Deutschprofessor, VwGH 3.11.1981,
81/14/0022, 1982/196 zu Werken der Belletristik eines Mittelschulprofessors
für Deutsch).
Bei Büchern, die auch dem Beruf nutzen können,
vertritt der Verwaltungsgerichtshof auch in der jüngeren Judikatur die
Ansicht, dass diese dann unberücksichtigt bleiben, wenn sie in
typisierender Betrachtungsweise der privaten Lebenssphäre zuzuordnen sind.
Auf die konkrete tatsächliche Nutzung kommt es dabei nicht an (siehe etwa
zuletzt VwGH 29.9.2004, 2000/13/0150: "Bei der
Abgrenzung beruflich bedingter Aufwendungen von den Kosten der
Lebensführung ist eine typisierende Betrachtungsweise derart anzuwenden,
dass nicht die konkrete tatsächliche Nutzung, sondern die typischerweise zu
vermutende Nutzung als allein erheblich angesehen werden muss. Als Ergebnis
dieser gebotenen typisierenden Betrachtungsweise hat der Verwaltungsgerichtshof
in ständiger Rechtsprechung daran festgehalten, dass die Anschaffung von
Werken der Literatur, die von allgemeinem Interesse oder für einen nicht
fest abgrenzbaren Teil der Allgemeinheit mit höherem Bildungsgrad bestimmt
ist, nicht abzugsfähige Kosten der Lebensführung
begründet.").
Für alle oben beschriebenen Werke trifft dies mit
Ausnahme von Jürgen Weineck, Optimales Ausdauertraining zu. Es handelt sich
um Romane oder Dokumentationen (Sportchronik, Kanada Reiseführer), die
für jedermann von Interesse sind, auch wenn sich teilweise Werke der
Jugendliteratur darunter befinden. Auch Bildkalender wie jener über das
Snowboardfahren dienen in typisierender Betrachtung nicht bloß dem Nutzen
von Sportlehrern. Für all diese Posten kommt daher ein Abziehen als
Werbungskosten gemäß
§ 20 Abs. 1 EStG 1988 nicht in
Betracht.
Anders liegt der Fall bei Jürgen Weineck, Optimales
Ausdauertraining, welches sich als Fachbuch auch an Sportlehrer wendet. Dieses
ist zum Werbungskostenabzug zuzulassen.
Da die Anschaffungskosten dieses Buches S 715,00
betragen haben, der Berufungswerber aber keine andere steuerlich anzuerkennenden
Werbungskosten geltend gemacht hat, liegt dieser Betrag unter den
S 1.800,00 Werbungskostenpauschale des § 16 Abs. 3 EStG.
Aus diesem Grund ist einerseits dem ursprünglichen
Berufungsbegehren, die Einkünfte als Trainer nicht doppelt bei den
Einkünften aus selbständiger und nichtselbständiger Arbeit zu
berücksichtigen wie in der Berufungsvorentscheidung vom 5. Mai 2003
stattzugeben. Andererseits ist der angefochtenen Bescheid entgegen dem Begehren
im Antrag auf Vorlage der Berufung an die Abgabenbehörde zweiter Instanz in
gleicher Weise wie in der Berufungsvorentscheidung vom 5. Mai 2003 insofern
abzuändern, dass bei den Einkünften aus nichtselbständiger
Tätigkeit Werbungskosten bloß in der Höhe des Pauschalbetrages
von S 1.800,00 berücksichtigt werden.
Beilage:
1 Berechnungsblatt
Linz, am 11.
Dezember 2006
Normen und Schlagworte
- § 16 Abs. 1 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 20 Abs. 1 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
WerbungskostentypisierendAbzugsfähigkeitBücherBelletristikLehrerFachbuchFachbücherUnterrichtPrivatleben
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- UFS-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Berufungsentscheidung - Steuer (Referent)
- Geschäftszahl
- RV/0972-L/04
- Stammnummer
- 25353
- Gültig
- 11.12.2006 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF