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Findok · Richtlinien

EStR 2000 Rz 6039–6041

19a.3.6 Beispiel für die Kapitalkonten KapK I und KapK II bei Ergänzungskapital und Sonderbetriebsvermögen

geltende FassungRichtlinie2026-0.265.879gilt ab 07.05.2018

Inhaltsverzeichnis der EStR 2000

Wortlaut laut Findok

19a.3.6 Beispiel für die Kapitalkonten KapK I und KapK II bei Ergänzungskapital und Sonderbetriebsvermögen Rz 6039: Beispiel: UGB-Schlussbilanz AB-KG 31.12.2015 | AB-KG Schlussbilanz 31.12.2015 (Kapitalkonto = KapK I) = Eröffnungsbilanz 1.1.2016 | Aktiva | 200 | Kapital A | 100 | | | Kapital B (später C) | 100 Der laufende Verlust der MU beträgt -120 (vor Berücksichtigung von Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben sowie Ergebnissen aus der Ergänzungsbilanz). C ist kapitalistischer Mitunternehmer und hat seinen Anteil im Jahr 2016 um 140 von B (Schlusskapital KapK I für B 100, Haftkapital C ebenso 100) angeschafft und zur Gänze fremdfinanziert; dafür sind Zinsen iHv 7 angefallen, die 2016 noch nicht entrichtet wurden. | Ergänzungskapital C (KapK I) vor Ergebnisverrechnung | Mehrwert Aktiva C | 40 | Kapital C | 40 Der Mehrwert Aktiva wird von C mit jährlich 5 abgeschrieben. Daraus ergibt sich folgendes KapK I für C vor der Ergebnisverrechnung des Jahres 2016: | KapK I C konsolidiert vor Ergebnisverrechnung | Anteilige Aktiva C | 100 | | | Mehrwert Aktiva C | 40 | Kapital KapK I C | 140 Das für § 23a EStG 1988 maßgebliche KapK I für den Verlustausgleich für C beträgt somit 140. Der steuerliche Verlustanteil beträgt für A -60 und für C -65; der Verlust des C findet im KapK I von 140 Deckung und ist daher ausgleichs- und vortragsfähig. Das KapK I entwickelt sich wie folgt: | Stand 1.1.2016 | 140 | Verlusttangente 2016 (inkl. Ergänzungsbilanz, ohne SBV) | -65 | Stand 31.12.2016 | 75 C hat der KG 2016 ein Gebäude vermietet, Einlagewert 400, Miete 20 (Forderung offen), AfA 10. | Sonderbilanz C (KapK II) 31.12.2016 = 1.1.2017 konsolidiert | Grundstück | 390* | Kapital KapK II C | 263 | Mietforderung | 20 | Verbindlichkeiten C Darlehen | 140 | | | Verbindlichkeit C Zinsen | 7 | Summe | 410 | Summe | 410 *(= 400 - AfA 10) Unter Berücksichtigung von § 23 Z 2 EStG 1988, dem Ergebnis aus der Ergänzungsbilanz und von Sonderbetriebsausgaben beträgt der steuerliche Verlustanteil von C insgesamt -62: | | | KapK I | KapK II | Verlustanteil | -60 | -60 | | AfA aus Ergänzungsbilanz | -5 | -5 | | Miete | 20 | | 20 | AfA Gebäude | -10 | | -10 | Zinsen | -7 | | -7 | Summe (steuerlicher Verlustanteil C) | -62 | -65 | 3 Fortsetzung des Beispiels für 2017: Der steuerliche Gewinn der MU (ohne Berücksichtigung des SBV) 2017 beträgt 100, auf A und C entfallen daher je 50; C hat zusätzlich aus der Ergänzungsbilanz -5 anzusetzen. Um den Einlagestand zu erhöhen, verzichtet C auf die noch offene Mietforderung von 20. Das KapK I entwickelt sich wie folgt: | Stand 1.1.2017 | 75 | Gewinntangente 2017 (inkl. Ergänzungsbilanz, ohne SBV) | +45 | Einlage der Mietforderung | +20 | Stand 31.12.2017 | 140 | | | KapK I | KapK II | Gewinnanteil | 50 | 50 | | AfA aus Ergänzungsbilanz | -5 | -5 | | Miete | 20 | 20 | | AfA Gebäude | -10 | | -10 | Zinsen | -7 | | -7 | Summe (steuerlicher Gewinnanteil C) | 48 | 65 | 17 19a.3.7 Ermittlung des Anfangsstands des für § 23a EStG 1988 relevanten Kapitalkontos KapK I Rz 6040: Zum Bilanzstichtag 2016 ist für § 23a EStG 1988 der Anfangsstand als steuerlicher Kapitalkontenstand KapK I darzustellen. Ist der Stand des KapK I nicht unmittelbar bekannt, kann dieser vom unternehmensrechtlichen Kapitalkontenstand zum Eröffnungsbilanzstichtag 2016 abgeleitet werden, indem dieser um die temporären Differenzen zwischen UGB- und Steuerbilanz adaptiert wird (insbesondere unterschiedliche Abschreibungsdauern, Unterschiede bei der Bewertung von Personalrückstellung). Darüber hinaus ist allfälliges Ergänzungskapital zu berücksichtigen. 19a.3.8 Weiterführung des für § 23a EStG 1988 relevanten Kapitalkontos KapK I Rz 6041: Gemäß § 23a Abs. 6 EStG 1988 ist für jeden kapitalistischen Mitunternehmer die Entwicklung des steuerlichen Kapitalkontos und der Wartetastenverluste in der Einkünftefeststellungserklärung jeden Wirtschaftsjahres darzustellen. Dafür ist grundsätzlich der Anfangsstand um Gewinne und Einlagen zu erhöhen sowie um Verluste und Entnahmen zu vermindern. Es bestehen jedoch keine Bedenken, wenn das Kapitalkonto jährlich durch eine Ableitung vom unternehmensrechtlichen Kapitalkontenstand zum Bilanzstichtag erfolgt, indem dieser um die temporären Differenzen zwischen UGB- und Steuerbilanz adaptiert wird (insbesondere unterschiedliche Abschreibungsdauern, Unterschiede bei der Bewertung von Personalrückstellung). Darüber hinaus ist allfälliges Ergänzungskapital zu berücksichtigen. Eine Darstellung der Entwicklung des Kapitalkontos hat auch in diesen Fällen zu erfolgen.

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
Richtlinien
Dokumenttyp
Richtlinie
Geschäftszahl
2026-0.265.879
GZ der Erstfassung
06 0104/9-IV/6/00
Stammnummer
19973
Enthalten in Fassung
17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24 (geltend: 24)
Gültig
07.05.2018 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:11
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

Original in der Findok öffnen PDF beim BMF